Gesundheitsrisiko Schimmelpilz
Die Sporen der Schimmelpilze gehören zu den häufigsten Innenraumallergenen. Sie
verbreiten sich im Innenraum und binden sich an Feinstäube, die als Schwebstaub
in der Innenraumluft vorhanden sind. So werden sie von den sich dort
aufhaltenden Menschen eingeatmet und gelangen über die Atemwege in den
menschlichen Organismus.
Gesundheitliche Auswirkungen
Die gesundheitlichen Auswirkungen der Sporen sind abhängig von der Anzahl der
Sporen, der sporenproduzierenden Schimmelpilzart und
der individuellen Disposition des Menschen.
Daraus hervorgehen können folgende gesundheitliche Auswirkungen / Symptome
- Bronchialerkrankungen
- Nasennebenhöhlenerkrankungen
- Husten
- Atemnot
- Fieber
- Abgeschlagenheit
- Müdigkeit
- Muskelschmerzen
- Allergien
- Infektanfälligkeit
- Migräne
- Konzentrationsstörungen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Autoimmunerkrankungen
- Neurodermitis
Aufgrund der in Deutschland eher geringen Berücksichtigung der Immunologie als
Teilbereich der Medizin, standen dabei bisher gesundheitliche Beeinträchtigungen
in Form von Allergien nicht im Mittelpunkt der Diagnostik. Allergien als
übersteigerte Reaktion des Abwehrsystems auf bestimmte Allergene werden in
vielen Fällen durch fremde Eiweißstrukturen, wie sie auch Schimmelpilzsporen
darstellen, hervorgerufen. Immunologisch lassen sich die Allergien in Typ I bis
Typ IV klassifizieren. Schimmelpilze können Allergien vom Typ I, Typ III und Typ
IV auslösen.
Medizinisch meist leicht erkennbar sind die so genannten Typ I-Allergien vom
Soforttyp, bei denen die allergieauslösende Substanz innerhalb weniger Sekunden
(Insektenstich) oder Minuten (Hausstaub, Schimmel) oder auch einer halben Stunde
(Nahrungsmittel) zu Beschwerden führt. Symptome dieser "klassischen", leicht
erkennbaren Allergie sind Ausschlag, Kreislaufstörungen, Atemnot oder Durchfall.
Bereits der einmalige Kontakt mit dem Allergen kann die allergische Reaktion
auslösen. Der medizinische Nachweis erfolgt über RAST- Test oder Epikutantest.
Die so genannte Typ III-Allergie wird durch ein Übermaß von im Blut
zirkulierenden Immunkomplexen ausgelöst, die von einer Abwehrreaktion übrig
geblieben sind und die Organe schädigen können. Diese Allergie ist typisch für
Menschen, die häufig mit demselben Allergieauslöser in Kontakt kommen und daher
hohe Antikörperspiegel besitzen, die mit den Allergenen Immunkomplexe bilden.
Der Nachweis erfolgt über Bluttests. Typische Beschwerden bei einer solchen
Allergie sind, wenn sie durch Schimmel ausgelöst wird, Husten, Atemnot, Fieber,
Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen. Selbst Gefäßstörungen und Thrombosen
lassen sich auf eine lang anhaltende Kontamination der Atemluft mit Allergenen
wie z.B. Schimmelpilzsporen zurückführen. Von einer Typ III-Allergie durch
Schimmel sind insbesondere bestimmte Berufsgruppen betroffen. Bekannt sind u.a.
die Farmerlunge, Bäckerlunge, Winzerlunge, Mälzerlunge Fischmehllunge oder
Vogelzüchterlunge.
Im Gegensatz zu den anderen Allergietypen liegt bei der Typ IV-Reaktion das
immunologische Fehlprogramm nicht bei den B-Lymphozyten (die für die Bildung von
Antikörpern zuständig sind), sondern primär bei den T-Lymphozyten. Im Blut sind
deshalb keine Antikörper nachweisbar, sondern zelluläre Botenstoffe. Typisch ist
die verzögerte Reaktion, die Symptome treten erst nach 24 bis 72 Stunden nach
Kontakt mit dem Allergen auf. Erfolgt eine Aktivierung permanent, wie das z.B.
in schimmelpilzbelasteten Wohnräumen oder in Form von Nahrungsmitteln geschieht,
so kann das zu schweren Krankheitsbildern führen (Migräne, Müdigkeit,
Konzentrationsstörungen, Magen-Darm Beschwerden, Autoimmunerkrankungen,
Neurodermitis, etc.).